Am Ende der Kräfte?! 11 Impulse zur Unterstützung im Lockdown

Am Ende der Kräfte?! 11 Impulse zur Unterstützung im Lockdown

Teil 1: Viele Familien brechen gerade zusammen unter all der Last, die sie im Lockdown mit geschlossenen Kindergärten und geschlossenen Schulen im Homeoffice oder im Wochenbett zu tragen haben.
Ich lese so viele Posts von Mamas, die am Ende sind. Ausgelaugt, depressiv, wütend…

Deshalb möchte ich hier einen sich stetig erweiternden Pool von Impulsen und konkreten Hilfen entstehen lassen. Auf dieser Seite findet Ihr Übungen, Spiele, Anregungen, Links, Produkte usw, die Euch helfen diese Zeit durchzustehen.

Aufgabenteilung

Klingt banal, aber ich weiß, dass das in vielen Familien nicht wirklich praktiziert wird. Es macht Sinn sich hier einmal hinzusetzen und einen Plan zu schreiben. Wer ist wann für die Kinder zuständig? Wer ist wann für das Homeschooling zuständig? Wer kocht wann usw? Auch wenn Du nicht arbeitest, können Haushalt und Kinder nicht zu 100% in Deinem Bereich liegen. Denn das ist ein 24/7 – Job! Geh also mit Deinem Partner ins Gespräch und schaut wie Ihr die aktuelle Situation gemeinsam tragen könnt. Achte darauf, dass Du achtsam ins Gespräch gehst und nicht vorwurfsvoll. Denn eventuell fühlt sich auch Dein Partner überlastet. (Gestiegene Anforderungen im Job, höherer Druck, Angst um den Job?! Nach der Arbeit schlechte Stimmung zu Hause?!) Falls die Gemüter bei so einem Gespräch leicht erhitzen, nehmt Euch vielleicht eine außenstehende Person hinzu, die ein wenig auf gewaltfreie Kommunikation achtet.

Achte auf Deine Atmung

Ich werde nicht müde, es immer wieder zu betonen 🙂

Deine Atmung ist eng verknüpft mit Deinem Wohlbefinden. Wenn Du gestresst bist, atmest Du flacher, wodurch Deine Organe schlechter durchblutet und somit schlechter versorgt werden, Deine Verdauung schlechter funktioniert und so weiter. Außerdem setzt sich die Anspannung mit dieser flachen Atmung regelrecht in Deinem Gewebe fest. Mit einer tiefen Bauchatmung können wir diese Anspannung wieder lösen und dafür sorgen, dass unser Körper besser versorgt ist und unser Nervensystem wieder in einen gesunden Rhythmus findet.

Mit einer langen Ausatmung aktivierst Du den Parasympathikus, den Teil des Nervensystems, der für Regeneration und Entspannung zuständig ist. Für die Gesundheit ist es unerlässlich, dass die Aktivität von Sympathikus (Anspannung)und Parasympathikus (Entspannung) sich einigermaßen die Waage halten.

Höre 432 – Hertz – Musik

Musik mit dieser Frequenz wirkt besonders ausgleichend, beruhigend und tiefenentspannend. Damit unterstützt Du Dein System dabei zu Regenerieren. Höre Dir diese Musik auch gemeinsam mit Deinen Kindern an. Ihr könnt dabei ganz sanft tanzen oder spielen wer am leisesten durch den Raum schleichen kann. Oder Ihr könnt dabei gemeinsam tief in den Bauch atmen.

Auf YouTube findest Du viele kostenlose Videos mit 432 – Hertz – Musik. [Unbezahlte Werbung:] Besonders schön finde ich die Musik von Buddha Code. Die Hörprobe läuft auf dem Rechner tatsächlich auch eine ganze Weile, so dass Ihr die Musik nicht einmal kaufen müsstet. (Noch habe ich sie auch nicht gekauft. Werde das aber tun, weil ich die Arbeit des Komponisten gerne unterstützen möchte.) https://buddhacode.de/432-hz-musik/

Suche Dir Betreuungsunterstützung

Zum Beispiel eine Partnerfamilie, mit der Ihr im Wechsel auf die Kinder aufpasst.

Wenn die Großeltern Angst vor einer Ansteckung haben, können sie einfach nur 1-2 Std mit den Kindern in den Park, Wald o.ä. gehen. Mit Maske, Brille (damit kein Speichel der Kinder in die Schleimhäute der Augen eindringt) und Desinfektionsmittel für die eigenen Hände ausgestattet, wage ich zu behaupten ist die Gefahr der Ansteckung gleich Null. Vor allem, wenn Eure Kinder nicht in die Betreuung gehen. Um zu verhindern, dass Speicheltropfen, die z.B. auf der Wange landen, später von dort in die Schleimhäute gerieben werden, kann man auch ein Visier verwenden.

Fragt aktiv nach Unterstützung! Stellt z.B. in Euren WhatsApp-Status eine Anfrage. Vielleicht gibt es Menschen (z.B. pensionierte Lehrer), die Eure Kinder beim Homeschooling unterstützen würden. In dieser sehr besonderen und belastenden Situation sollte sich niemand schämen, wenn er/sie Hilfe benötigt!

Nehmt die „Kind-krank-Tage“ in Anspruch!

Das sind immerhin 40 Tage im Jahr. Ich weiß, dass sich damit einige schwertun. Dass das einige z.B. ihrem Arbeitgeber oder den Kollegen nicht antun wollen oder was auch immer. ABER: wenn es Dir schlecht geht und Du nicht gut für Dich sorgst, hat auch Dein Arbeitgeber nichts von einer völlig ausgelaugten Arbeitskraft. Wenn Du permanent allem gerecht werden willst, kannst Du NICHTS und NIEMANDEM mehr gerecht werden. Diese enorme Anspannung führt dazu, dass überall Konflikte entstehen und niemand mehr zufrieden ist. Also: Beantrage diese Tage. Am Besten sofort!

Lächle

Wenn wir mindestens 60 Sekunden lang die Mundwinkel hochziehen, glaubt unser Gehirn wir haben gute Laune und schüttet die entsprechenden Hormone aus 🙂

Auch, wenn es sich anfühlt wie eine doofe Grimasse, es hilft! Sicher wird es einen furchtbaren Tag nicht auf Knopfdruck in einen unbeschwerten Super-Tag verwandeln, aber Du hilfst Deinem System damit kleine Portionen von heilenden und glücklich-machenden Hormonen auszuschütten.

Ihr könnt daraus auch ein Ritual machen. Bevor Ihr mit dem Homeschooling anfangt grinst Euch 1 Minute lang gegenseitig an.

Etabliere eine Dankbarkeitspraxis

Je mehr Dankbarkeit Du spürst, desto glücklicher wirst Du. Schreibe Dir täglich auf wofür Du heute dankbar bist und Du wirst sehen, dass die Dinge, Gefühle und Erlebnisse, für die Du dankbar sein kannst, immer mehr werden. Stichwort: Gesetz der Anziehung.

Anregungen: Ich bin dankbar, dass heute die Sonne scheint

Ich bin dankbar, dass es regnet und wir durch Pfützen hüpfen können

Ich bin dankbar, dass wir etwas zu essen haben

Ich bin dankbar, dass ich eine Familie habe

Ich bin dankbar, dass ich heute mal alleine auf die Toilette gehen durfte 😉

Ich bin dankbar für mut-machende Posts auf Instagram/Facebook o.ä.

Ich bin dankbar für meinen heißen Tee/Kaffee

Ich bin dankbar, dass wir gesund sind

Ich bin dankbar, dass ich in einem Land lebe, in dem ich versorgt bin mit sauberem Trinkwasser, einer Krankenversicherung usw

Ich bin dankbar, dass wir uns heute weniger gestritten haben als gestern

Ich bin dankbar für das Lächeln der Bäckerin, welches ich zwar nicht gesehen, aber in ihrer Stimme gehört habe

Bewegt Euch

Integriert täglich aktive Bewegung

  • Boxt in die Sofakissen
  • Nehmt Online-Angebote von Sportvereinen und co in Anspruch. Als Übungsleiterin mache ich die Erfahrung, dass die Kinder auch über Zoom mit viel Freude dabei sind. Das steht und fällt natürlich immer mit der Motivationsfähigkeit der Übungsleiter und der Auslastung der Kurse (bei bis zu 10 Teilnehmern kann der Kursleiter vielleicht auch individuell auf Kinder eingehen), aber probiert es einfach mal aus. Auch bei dem Verein, für den ich arbeite, könnt Ihr gerne mal 3 kostenlose Probestunden machen. Meldet Euch dazu per Mail bei mir: hallo@mamakraftquelle.de oder wendet Euch direkt an: https://www.hannover96.de/verein/abteilungen/fit-und-kids.html
  • Schaut Euch meine Bewegungsvideos an, die ich im ersten Lockdown erstellt habe: https://www.instagram.com/tv/B-aLyxKBdoH/?utm_source=ig_web_copy_link

Verabschiede Dich von dem Anspruch Deine Kinder ständig beschäftigen zu müssen

Ich glaube, dass Eltern heutzutage ihre Kinder viel zu viel beschäftigen und viel zu sehr versuchen Langeweile zu vermeiden. Langeweile macht aber kreativ! Und Kinder können sich eigentlich von Natur aus auch ganz gut alleine beschäftigen. Sie können so wunderbar in Welten abtauchen, voller Phantasie. Dazu brauchen sie aber auch den Raum und die Sicherheit, dass Mama stabil ist! Völlig egal was die „Supermama“ auf Instagram oder Pinterest gerade wieder für ein kreatives Montessori-Spiel erfunden hat! Unsere Kinder sind glücklich, wenn wir es sind, wenn sie mit kochen dürfen, wenn sie auch mal Wäsche auf- oder abhängen dürfen, wenn sie die Schranktüren von Außen putzen dürfen. Einfach wenn sie Verantwortung für etwas bekommen. Ihr könnt auch ein Spiel aus der Langeweile machen. Stellt den Wecker (angepasst ans Alter) z.B. auf 20 Minuten und sagt: „So, wir langweilen uns jetzt bewusst 20 Minuten lang“ Am Ende der 20 Minuten macht gemeinsam etwas Schönes. „Ach, ist das schön sich mal so richtig zu langweilen. Mal gar nichts machen zu müssen. “ Das tut uns Erwachsenen im Übrigen auch gut. Auch wir beschäftigen uns ständig. In jeder freien Minute wird auf Social Media gescrollt…. Langeweile kann da auch heilsam sein 🙂

Erstellt gemeinsam mit Euren Kindern ein Regel-Poster

Fragt Eure Kinder nach Ideen für Regeln im Lockdown. Regeln, mit denen es allen gut geht. Und dann malt/schreibt diese Regeln auf ein Blatt und hängt es Euch an die Wand.

Sprecht mit den Lehrern, wenn die Aufgaben nicht schaffbar sind

Ihr dürft für Euch einstehen! Falls die Herangehensweise der Lehrer Eurer Kinder sehr viel Druck ausübt, tauscht Euch mit anderen Eltern aus und sprecht dann mit den Lehrern. Sucht gemeinsam Lösungen. Auch für die Lehrer ist das alles Neuland. Es kann sein, dass sie die Menge ihrer Aufgaben nicht gut einschätzen. Dazu dürft Ihr achtsam Feedback geben und Wünsche äußern.

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