Rituale für Kinder: 7 Ideen für einen entspannteren Tag

Rituale für Kinder: 7 Ideen für einen entspannteren Tag

Rituale geben Kindern Sicherheit, erleichtern Übergänge und können den Tag wunderbar entstressen. Deshalb bekommt Ihr hier 7 Ideen für Rituale für Kinder.

Ritual-Idee Nr. 1: Aufstehen mit Musik

Schalte morgens zum Aufstehen ein fröhliches Lied an oder singe während Ihr aufsteht. Singen ist total gesund und macht glücklich. Sofern Du dabei den selbstkritischen Blick abschaltest. 🙂 Das muss nicht glockenklar klingen, sondern darf einfach Spaß machen.

Toll dafür finde ich zum Beispiel das Lied „Heut` wird ein schöner Tag“ aus „Die 30 besten Kinderlieder mit Klassikmelodien“ von Simone Sommerland, Karsten Glück und den Kita-Fröschen. (unbezahlte Werbung). Mit den Liedzeilen „Sieh Dir die Wolken an, mach Dich ganz groß und dann streck Deine Finger. Kannst Du sie berühr`n?“ kann man ganz toll zum Aufstehen, Rekeln und Strecken motivieren.

Ritual-Idee Nr. 2: Checklisten für Morgen-und Abendroutine

Ein Ritual, welches uns extrem geholfen hat, waren Checklisten für die Morgen- und Abendroutine. Ich habe Bilder, die das Aufstehen, Anziehen, Zähneputzen etc darstellen auf einen Pappstreifen geklebt und die Kinder durften dann eine Wäscheklammer immer weiter klippen, wenn sie zum nächsten Punkt übergehen.

Unsere Tochter hatte lange morgens eine furchtbare Laune und wollte partout nicht angezogen werden. Diese Checklisten haben die Stimmung und ihre Bereitschaft sich anziehen zu lassen ganz stark verbessert.

Hier bekommst Du meine erste Version für solche Checklisten.

Ich bin keine Grafikerin oder Zeichnerin, deshalb ist diese Checkliste auch ganz nach dem Motto „perfekt unperfekt“ entstanden 🙂

Schneide sie aus und klebe sie in der für Euch passenden Reihenfolge auf einen Streifen Pappe.

Ritual-Idee Nr. 3: Kleidermännchen oder -straßen auf den Boden legen

Kleidermännchen oder Kleiderstraßen können Kinder motivieren sich anzuziehen.

Ihr könnt die Kleidungsstücke also entweder wie ein Männchen auf den Boden legen. T-Shirt und Pullover vielleicht sogar andersherum legen, damit die Kinder direkt rein schlüpfen können.

Oder Ihr legt die Kleidungsstücke in der Reihenfolge wie sie angezogen werden sollen, als Straße bis ins Badezimmer oder bis zum Frühstückstisch.

Eventuell braucht Euer Kind morgens aber auch als erstes etwas zu Essen. Auch das kann das Anziehen erleichtern, weil der quälende Hunger nicht mehr stört.

Ich helfe übrigens oft auch noch unserem 5-jährigen Sohn beim Anziehen. Seitdem ich nicht mehr so viel Druck rund um das Anziehen mache, zieht er sich oft ganz schnell alleine an und präsentiert es ganz stolz als Überraschung. Wenn die Kinder weniger Druck und Stress spüren und man ihnen ganz selbstverständlich hilft, sind sie in folgenden Situationen meist offener sich selbst anzuziehen.

Außerdem, nur weil ein Kind sich theoretisch schon selbst anziehen kann, heißt das nicht, dass es nicht doch manchmal auch einfach beim Anziehen noch etwas Zuwendung in Form von Hilfe braucht oder nicht auch einfach mal zu müde oder zu faul sein darf…

Außerdem geht Entwicklung in Wellen. Es gibt Tage, da sind Dinge, die man eigentlich schon konnte einfach schwieriger. Das trifft auf uns Erwachsene genauso zu.

Ich habe früher fast jeden Morgen rumgebrüllt: „ZIEH DICH ENDLICH AAAAN!!!!!“ Stell Dir vor man würde uns an Tagen, wo es bei uns einfach nicht so gut läuft, wir irgendwie verträumt oder unkonzentriert sind, anbrüllen: „LOOOS JETZT. REIß DICH MAL ZUSAMMEN! ICH WEIß, DASS DU DAS KANNST, ALSO MACH HIN!“ Furchtbar wäre das!! Trotzdem passiert es uns unseren Kindern gegenüber immer wieder, wenn wir sehr angespannt sind. Hier ist wichtig: Reflektiere Dein Handeln, aber verurteile Dich nicht! Wenn Dir das passiert, bist auch Du in Not. Lies mehr dazu in meinem Artikel: Gute Mutter – schlechte Mutter: Wie Du die Selbstzweifel wirklich los wirst

Ritual-Idee Nr. 4: Zähneputzen mit einem Lied oder einer Geschichte

Das Zahnputz-Zauberlied ist ein schöner Ohrwurm. Das kannst Du einfach auf YouTube abspielen lassen oder selbst singen. „Zahnbürste tanz in meinem Mund, halt die Zähne mir gesund…“

Oder Du erzählst eine Geschichte von den Zahnmonstern, Zahnräubern o.ä., die gerade eine riesen Party im Mund veranstalten wollen: „Sie haben schon Luftballons aufgehängt und sich Lätzchen umgebunden… schnell wir müssen sie verjagen, die alten Lümmel.“

Ritual-Idee Nr. 5: Aufräumen als Wettbewerb

Entweder Du veranstaltest mit Deinen Kindern den Wettbewerb wer zuerst ein Zimmer fertig aufgeräumt hat. Du z.B. die Küche und die Kinder das Kinderzimmer o.ä.

Oder Ihr veranstaltet eine „Aufräum-Disko“ und Ihr wettet, ob Ihr es schafft alles weg zu räumen bis das Lied zu Ende ist. Dein Hauptpart besteht dann natürlich im Anfeuern 🙂

Ritual-Idee Nr. 6: Anti-Monster-Spray

Falls Deine Kinder Angst vor Monstern haben, kannst Du ein Anti-Monster-Spray herstellen. Einfach eine leere Deosprühflasche o.ä. mit Wasser füllen, evtl noch einen Tropfen ätherisches Lavendelöl hinein und ein paar Monster malen, durchstreichen und auf die Flasche kleben.

Das könnt Ihr vor dem Schlafen dann im Zimmer versprühen.

Rituale für Kinder - Anti-Monster-Spray
Hier ein paar süße Monster zum Abmalen, die auch ohne große „Zeichenskills“ schnell gezeichnet sind.

Ebenso kannst Du natürlich auch ein „Gute-Träume-Spray“ herstellen oder ein „Gesund-werd-Spray“ oder ähnliches.

Solche Sprays gibt es auch zu kaufen, falls Du keine Lust oder Zeit hast es selbst herzustellen.

Ritual-Idee Nr. 7: Abschiede erleichtern

Ihr könnt zum Beispiel als Abschiedsritual immer die Nasen aneinander reiben (wie die Eskimos) oder einen Faustgruß machen mit Abklatschen.

Das Ritual, dass die Kinder die Eltern aus der Kindergarten-Gruppe schubsen, kennt Ihr bestimmt. Ich persönlich mag das nicht so gerne, weil ich das Gefühl geschubst zu werden einfach gar nicht mag. Außerdem lernen die Kinder sonst ja, dass man nicht schubsen soll. Etwas schöner finde ich daher das RausSCHIEBEN.

Ein kleiner Spruch kann auch helfen, z.B.

1,2,3,4 
die Anna bleibt gern hier 
Der Kindergarten ist famos 
Und Mama(Papa) geht jetzt los
Ihr singt hier schöne Lieder
und ich komm nachher wieder
Der Emil flitzt jetzt los. 
Die Freude, die ist groß. 
Mit Freunden spielen, ist doch klar
und zack ist Mama(Papa) wieder da

Ein Kuscheltier oder Schnuffeltuch als Begleiter oder ein Zauberstein (nicht zu klein wegen Verschluckungsgefahr), den Ihr Eurem Kind in die Tasche steckt, erleichtern ebenfalls einen Abschied. Statt einem Stein, könnt Ihr auch ein Chiffontuch nehmen. Das lässt sich auch gut in die Tasche stecken.

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